Benutzerdefinierte Store-Einträge bei Google Play: Ein Praxis-Guide
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Benutzerdefinierte Store-Einträge bei Google Play: Ein Praxis-Guide

Benutzerdefinierte Store-Einträge zeigen einer Zielgruppe bei Google Play einen eigenen Eintrag. Was sich ändern lässt, alle Targeting-Optionen, Tipps.

K
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Los geht’s

Ein benutzerdefinierter Store-Eintrag bei Google Play ist eine alternative Version deines Store-Eintrags mit eigenem App-Namen, eigenem Symbol, eigenen Beschreibungen und Grafiken, die einer bestimmten Zielgruppe statt deines Haupt-Store-Eintrags angezeigt wird. Du kannst bis zu 50 pro App anlegen und sie nach Land oder Region, Vorregistrierung, Traffic aus Google Ads, Suchbegriffen, Nutzerstatus (etwa abgewanderte oder inaktive Nutzer), Käuferstatus, benutzerdefinierten Zielgruppen oder einer eindeutigen URL ausrichten.

Für ein kleines Team ist die spannende Frage nicht, wie man 50 Plätze füllt. Sondern welche ein oder zwei Zielgruppen so anders sind, dass sie eine eigene Ansprache verdienen. In diesem Guide geht es darum, was du ändern kannst, um jede Targeting-Option, um die Unterschiede zu Apples eigenen Produktseiten und darum, wie du das Ganze misst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Google Play kann jede App bis zu 50 benutzerdefinierte Store-Einträge anlegen.
  • Ein benutzerdefinierter Store-Eintrag kann App-Namen, Symbol, Kurzbeschreibung, vollständige Beschreibung und Grafik-Assets ändern; Kontaktdaten, Datenschutzerklärung und Kategorie bleiben gemeinsam.
  • Zu den Targeting-Optionen gehören Land oder Region, Vorregistrierung, Traffic aus Google Ads, Suchbegriffe, abgewanderte oder inaktive Nutzer, Käuferstatus, benutzerdefinierte Zielgruppen und eine eindeutige URL.
  • Ein Land kann jeweils nur von einem benutzerdefinierten Store-Eintrag angesprochen werden, und benutzerdefinierte Einträge werden nicht automatisch übersetzt.
  • Store-Eintrags-Tests laufen auch auf benutzerdefinierten Store-Einträgen, du kannst also innerhalb einer Zielgruppe A/B-testen.

Was ist ein benutzerdefinierter Store-Eintrag bei Google Play?

Deinen Haupt-Store-Eintrag sehen standardmäßig alle. Ein benutzerdefinierter Store-Eintrag überschreibt Teile davon für eine festgelegte Zielgruppe. Laut der Google-Hilfeseite zu benutzerdefinierten Store-Einträgen kann sich jeder davon unterscheiden in:

  • App-Name (30 Zeichen)
  • App-Symbol
  • Kurzbeschreibung (80 Zeichen) und vollständige Beschreibung (4.000 Zeichen)
  • Grafik-Assets wie Vorstellungsgrafik und Screenshots

Kontaktdaten, Datenschutzerklärung und App-Kategorie gelten für alle Versionen gemeinsam. Du kannst bei null anfangen, einen bestehenden Eintrag duplizieren oder Einträge in einer Store-Eintragsgruppe anlegen, die gemeinsame Assets erbt und nur überschreibt, was sich ändert.

Wie viele benutzerdefinierte Store-Einträge kannst du anlegen?

Bis zu 50 pro App. Das ist reichlich; nach unserer Erfahrung bremst kleine Teams der Pflegeaufwand, nicht das Limit. Jeder Eintrag ist ein Satz Screenshots, eine Vorstellungsgrafik und Text in jeder Sprache, und all das musst du aktualisieren, sobald sich die App ändert.

Targeting-Optionen für benutzerdefinierte Store-Einträge

TargetingWer ihn siehtHinweise
Land / RegionNutzer in den ausgewählten LändernEin Land kann jeweils nur in einem benutzerdefinierten Eintrag sein; ein Eintrag kann mehrere Länder abdecken
VorregistrierungNutzer, die sich vorregistrieren könnenWird nicht in Ländern angezeigt, in denen die App bereits in Produktion oder im Test ist
Anzeigen-TrafficNutzer, die über deine Google Ads App-Kampagne kommenEintrag muss genehmigt sein und dann in Google Ads als Landingpage ausgewählt werden
SuchbegriffeNutzer, die die App bei Play über bestimmte Suchbegriffe findenAus vorgeschlagenen Keywords wählen oder eigene hinzufügen
Abgewanderte / inaktive NutzerNutzer, die deinstalliert oder die App 28 Tage lang nicht geöffnet habenNicht verfügbar für neue Apps
KäuferstatusNichtkäufer, Einmalkäufer, Wiederholungskäufer oder inaktive Käufer (kein Kauf in 180 Tagen)Zu Wiederholungskäufern zählen auch Abozahlungen
Benutzerdefinierte ZielgruppenGruppen, die du über Verhalten oder Attribute festlegstWerden separat in der Play Console eingerichtet
Eindeutige URLAlle, die einen Link mit deinem Eintragsparameter öffnenParameter nutzt Kleinbuchstaben, Zahlen und . - _ ~

Ein paar Details, die in der Praxis zählen:

  • Anzeigen-Traffic ist enger gefasst, als es klingt. Laut Googles Hilfeseite werden auf Anzeigen ausgerichtete benutzerdefinierte Einträge derzeit bei AdMob angezeigt, Anzeigen in der Google-Play-Suche sind ausgenommen. Sie bekommen also weniger Besucher als deine Kampagne insgesamt, und die Zahlen werden nie übereinstimmen.
  • Eindeutige URLs sind die flexibelste Option. Mit einem Link wie https://play.google.com/store/apps/details?id=com.example.app&listing=creators kannst du einen Newsletter, eine Partnerseite oder eine Social-Media-Kampagne auf einen passenden Eintrag schicken, ganz ohne Anzeigen.
  • Targeting nach Suchbegriffen zeigt Menschen, die nach einem bestimmten Begriff gesucht haben, einen anderen Eintrag. Das kommt Apples eigenen Produktseiten mit zugewiesenen Keywords bei Google am nächsten.
  • Übersetzungen machst du selbst. Ein benutzerdefinierter Eintrag erscheint in seiner Standardsprache, solange du keine Übersetzungen hinzufügst. Ein Eintrag für Deutschland sollte also deutschen Text haben.

So legst du einen benutzerdefinierten Store-Eintrag an

  1. Öffne deine App in der Play Console und geh zu Nutzer gewinnen > Store-Präsenz > Benutzerdefinierte Store-Einträge.
  2. Wähle Benutzerdefinierten Store-Eintrag erstellen und dann einen neuen Eintrag, ein Duplikat oder einen Eintrag innerhalb einer Gruppe.
  3. Gib ihm einen internen Namen und wähle unter Targeting die Zielgruppe.
  4. Leg die Standardsprache fest, trag Namen und Beschreibungen ein und lade die Grafiken hoch.
  5. Füg Übersetzungen für die Sprachen deiner Zielgruppe hinzu und wähle dann Erstellen.

Vorher muss ein Haupt-Store-Eintrag eingerichtet sein. Für alles im benutzerdefinierten Eintrag gelten dieselben Screenshot-Anforderungen und dieselbe Metadaten-Richtlinie wie für den Haupt-Eintrag.

Benutzerdefinierte Store-Einträge bei Google Play vs. eigene Produktseiten bei Apple

Beide lösen dasselbe Problem, aber Googles Variante ändert mehr vom Eintrag und erreicht mehr Zielgruppen. Falls du ihn noch nicht kennst: Unser Guide zu Apples eigenen Produktseiten behandelt die iOS-Seite ausführlich.

Benutzerdefinierte Store-Einträge (Google Play)Eigene Produktseiten (Apple)
Maximum pro App5070
Was sich ändern lässtName, Symbol, Kurzbeschreibung und vollständige Beschreibung, alle GrafikenScreenshots, App-Vorschauen, Werbetext
TargetingLand, Vorregistrierung, Anzeigen, Suchbegriffe, Nutzer- und Käuferstatus, benutzerdefinierte Zielgruppen, URLEindeutige URL, Apple Ads, zugewiesene Suchbegriffe
Bestehende / inaktive NutzerJa (abgewandert, inaktiv, Käuferstatus)Nein
Länder-TargetingJaNein (stattdessen die Seite lokalisieren)
A/B-Tests darinJa, mit Store-Eintrags-TestsNein; die Produktseitenoptimierung testet die Standardseite

Die Apple-Spalte stammt aus Apples Übersicht zu eigenen Produktseiten. Der praktische Unterschied: Bei Google Play kannst du Symbol und Namen für ein Segment ändern, wodurch Länder- und Rückgewinnungs-Einträge wirklich anders werden. Im App Store sind es vor allem die Screenshots, die du variierst.

Praktische Anwendungsfälle für kleine Teams

1. Ein Land mit einem anderen Grund zur Installation

Wenn ein Markt deine App anders nutzt, etwa eine Budget-App, die in einem Land vor allem für gemeinsame Haushaltsausgaben und anderswo zum Sparen allein genutzt wird, kann ein Länder-Eintrag Screenshots und Kurzbeschreibung genau damit eröffnen. Das ist etwas anderes als Übersetzung: Es ändert sich die Botschaft, nicht nur die Sprache. Über diesen Unterschied haben wir in Einen Store-Eintrag zu übersetzen ist keine Lokalisierung geschrieben.

2. Anzeigenkampagnen mit einer bestimmten Botschaft

Wenn du eine Google Ads App-Kampagne rund um eine Funktion laufen lässt, sorgt ein passender benutzerdefinierter Eintrag dafür, dass jemand, der auf eine Anzeige zu „Belege scannen“ getippt hat, auf Screenshots zum Belegescannen landet.

3. Inaktive Nutzer zurückgewinnen

Wer die App deinstalliert oder nicht mehr geöffnet hat, kennt sie schon. Ein Eintrag für inaktive Nutzer kann damit anfangen, was sich seitdem geändert hat, statt mit der Einführung, die neue Nutzer brauchen. Dafür braucht die App genug Historie; für neue Apps ist das nicht verfügbar.

4. Links für Partner und Creator

Mit einem Eintrag über eine eindeutige URL für einen Partner, ein Podcast-Sponsoring oder eine Community sprichst du genau diese Zielgruppe an, ohne dass sich für alle anderen etwas ändert.

5. Vorregistrierung

Für ein Spiel oder eine App in der Vorregistrierung kann ein eigener Eintrag sich darauf konzentrieren, was kommt und wann es losgeht, und zum Release wieder eingestellt werden.

Such dir einen aus. Jeder zusätzliche Eintrag vervielfacht die Arbeit an Screenshots und Vorstellungsgrafik, und ein veralteter benutzerdefinierter Eintrag ist schlechter als gar keiner.

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So misst du benutzerdefinierte Store-Einträge

Der Bericht zur Leistung des Store-Eintrags in der Play Console kann die Ergebnisse nach benutzerdefiniertem Store-Eintrag aufschlüsseln, sodass du Besucher und Conversion mit dem Haupt-Eintrag vergleichen kannst. Laut Google braucht ein benutzerdefinierter Eintrag eine ausreichende Zahl an Besuchern, bevor er in dieser Aufschlüsselung erscheint. Einträge mit wenig Traffic zeigen dort also eine Weile womöglich gar nichts.

So bekommst du sauberere Zahlen:

  • Vergleich Gleiches mit Gleichem. Ein Eintrag für inaktive Nutzer konvertiert anders als dein Haupt-Eintrag, weil die Zielgruppe anders ist, nicht unbedingt, weil der Eintrag besser ist.
  • Teste innerhalb des Eintrags. Store-Eintrags-Tests laufen auch auf benutzerdefinierten Store-Einträgen, mit bis zu zwei Varianten gegen die aktuelle Version. So erfährst du, ob eine Änderung bei genau dieser Zielgruppe funktioniert.
  • Ändere immer nur eine Sache. Wenn du Symbol, Screenshots und Kurzbeschreibung gleichzeitig austauschst, weißt du nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Wie die Conversion in beiden Stores berechnet wird, liest du unter Conversion-Rate im App Store. Die ASO-Konsole von Launch Shots liest die Berichte von Google Play mit deinen Zugangsdaten aus. Das hilft, wenn du Vorher-nachher-Zahlen direkt neben den Screenshots sehen willst, die du veröffentlicht hast. Schreibst du gerade die Texte für jede Version? Unser Guide zur Kurzbeschreibung bei Google Play behandelt die 80 Zeichen.

Häufige Fehler bei benutzerdefinierten Store-Einträgen

  • Übersetzungen vergessen. Ein Länder-Eintrag für Brasilien, der auf Englisch bleibt, zeigt brasilianischen Nutzern Englisch. Weil benutzerdefinierte Einträge nicht automatisch übersetzt werden, füg jede Sprache hinzu, die in den Zielländern gesprochen wird.
  • Einträge veralten lassen. Nach einem Redesign bekommt der Haupt-Eintrag neue Screenshots, die benutzerdefinierten oft nicht. Führ eine Liste aller aktiven benutzerdefinierten Einträge und aktualisiere sie im selben Durchgang. Unsere ASO-Checkliste ist ein guter Ort für diesen Schritt.
  • Den Namen ohne Grund ändern. Nur weil du den App-Namen pro Zielgruppe ändern kannst, musst du es nicht tun. Ein anderer Name in einem Anzeigen-Eintrag kann Leute verwirren, die später nach dem Namen suchen, den sie gesehen haben.
  • Überschneidende Zielgruppen. Googles Hilfeseite dokumentiert nicht, welcher Eintrag gewinnt, wenn ein Nutzer zu mehr als einem Segment passt. Starke Überschneidungen machen die Ergebnisse deshalb schwer lesbar.
  • Zu früh urteilen. Einträge mit wenig Traffic tauchen in der Leistungsaufschlüsselung womöglich gar nicht auf, bis sie genug Besucher haben.

Kurz gesagt

  • Bis zu 50 benutzerdefinierte Store-Einträge pro App, jeder mit eigenem Namen, Symbol, eigenen Beschreibungen und Grafiken.
  • Targeting nach Land, Vorregistrierung, Anzeigen, Suchbegriffen, abgewanderten oder inaktiven Nutzern, Käuferstatus, benutzerdefinierten Zielgruppen oder URL.
  • Ein benutzerdefinierter Eintrag pro Land; Übersetzungen fügst du selbst hinzu.
  • Umfassender als Apples eigene Produktseiten, die nur Screenshots, Vorschauen und Werbetext ändern.
  • Fang mit einer Zielgruppe an, die wirklich eine andere Ansprache braucht.
  • Miss im Bericht zur Leistung des Store-Eintrags und teste mit Store-Eintrags-Tests.

Häufige Fragen

04
Kann ein benutzerdefinierter Store-Eintrag bei Google Play einen anderen App-Namen und ein anderes Symbol haben?
Ja. Ein benutzerdefinierter Store-Eintrag kann App-Namen, App-Symbol, Kurzbeschreibung, vollständige Beschreibung und Grafik-Assets wie die Vorstellungsgrafik und Screenshots ändern. Kontaktdaten, Datenschutzerklärung und App-Kategorie gelten für alle Versionen gemeinsam. Das geht weiter als Apples eigene Produktseiten, bei denen sich nur Screenshots, App-Vorschauen und Werbetext unterscheiden.
Müssen benutzerdefinierte Store-Einträge bei Google Play geprüft werden?
Benutzerdefinierte Store-Einträge sind Inhalte des Store-Eintrags. Sie müssen also in jeder Sprache die Metadaten-Richtlinie von Google Play einhalten, genau wie der Haupt-Store-Eintrag. Für einen Fall ist die Hilfeseite von Google eindeutig: Ein Eintrag für Traffic aus Google Ads muss bei Play vollständig geprüft und genehmigt sein, bevor du ihn in deiner App-Kampagne als Landingpage auswählen kannst. Plan die Prüfzeit vor einem Launch also mit ein.
Was passiert, wenn ein Nutzer zu zwei benutzerdefinierten Store-Einträgen passt?
Die Hilfeseite von Google dokumentiert keine Rangfolge zwischen sich überschneidenden Zielgruppen. Es gibt nur die Regel, dass jedes Land jeweils nur von einem benutzerdefinierten Store-Eintrag angesprochen werden kann. Damit deine Ergebnisse lesbar bleiben, bau besser keine Einträge, deren Zielgruppen sich stark überschneiden, etwa einen Länder-Eintrag und einen Suchbegriff-Eintrag für dieselben Nutzer, es sei denn, du kannst damit leben, nicht zu wissen, welchen sie gesehen haben.
Sind benutzerdefinierte Store-Einträge bei Google Play kostenlos?
Ja. Benutzerdefinierte Store-Einträge sind eine kostenlose Funktion der Google Play Console und für veröffentlichte Apps mit eingerichtetem Haupt-Store-Eintrag verfügbar. Kosten tut dich nur die Zeit, jede Version zu gestalten, zu übersetzen und aktuell zu halten. Genau dieser Pflegeaufwand ist der Hauptgrund, warum kleine Teams mit ein oder zwei Einträgen anfangen sollten, statt gleich alle 50 auszureizen.